Als Otto anfing Influencer auszubilden

… war das Geschrei in den Social-Media-Kanälen groß: „Jetzt kommen da irgendwelche Otto-Mitarbeiter, um die Ecke und bewerben die Produkte des Versandhandels oder was hier!“ Doch die Antwort ist ganz einfach: Nein. Otto bildet keine typischen Influencer aus.

Es kann sich also beruhigt zurückgelehnt werden!

Was ist ein Influencer?

Hierbei handelt es sich um einen neumodischen Begriffen für eine Art der Werbemaßnahme oder worüber Werbung betrieben wird1. Früher nannte man diese Leute Markenbotschafter oder Werbeikone – bekanntetes Beispiel ist wohl Verena Pooth und ihr Blubb – aber heutzutage kann diese Arbeit jeder mit einem Instagram-Account und/oder Blog übernehmen. Denn „to influence“ bedeutet „beeinflussen“ und so geht es darum, dass Influencer die Menschen (positiv) beeinflussen und Produkte und Co. käuflich erwerben.

Der handelsübliche Influencer ist also auf dem Absatzmarkt unterwegs und versucht das Produkt an den Endkunden zu bringen. Die Influencer von Otto hingegen sollen neue Arbeitskräfte werben. Sie befinden sich also auf dem Beschaffungsmarkt (genauer: Arbeitsmarkt). Das, was Otto betreibt, ist eine Art des Employer Brandings; die Mitarbeiter werden Markenbotschafter für das Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt und sollen das Unternehmen dort optimal präsentieren, sodass Otto die hart umkämpften Arbeitskräfte bekommt.

Es besteht also keinerlei Grund für die typischen Influencer sich aufzuregen oder Angst zu bekommen – die Otto-Influencer sind nicht daran interessiert Cremechens vor die Linse zu halten und sie mit #Hastags zu versehen.

Dass „Sich aufregen“ oder „Darüber Lustigmachen“ hätte man sich sparen können, wenn man die Mitteilungen darüber richtig gelesen hätte, wie zum Beispiel die von Gruenderszene.de. Ein provokanter Titel „Otto bildet jetzt eigene Mitarbeiter zu Influencern aus“, der den Anschein erweckt, dass Otto typische Influencer ausbildet, aber gleich im ersten Absatz die Entwarnung: „Der Handelskonzern Otto legt ein neues Fortbildungsprogramm auf: Darin sollen Influencer ausgebildet werden, die Otto als Arbeitgeber promoten.“2 Ein Abgleich mit der Unternehmenswebseite bestätigt das3.

Aber sicherlich kann man sich darüber lustig machen, dass jetzt alles umgenannt in Influencer wird. Wobei es letztendlich auch normal ist Altem einfach einen neuen Namen zu geben, um es wieder populär zu machen.

Was mir dabei etwas sauer aufstößt oder die Augen verdrehen lässt, ist einfach, wie irrsinnig leicht die Leute Meldungen verbreiten ohne diese genau zu lesen oder zu hinterfragen.

So wurde am Wochenende auf der Veranstaltung, auf der ich war, (abfällig) darüber gemurmelt, dass Otto jetzt Influencer ausbildet und auch in einer der Facebook-Gruppen, der ich folge, gibt es eine Thread darüber, in dem auch schon fiel, dass das ja – nicht O-Ton – „Verarsche am Kunde sei!“, wobei ich mir denke: Das hat doch gar nichts mit dem Kunden zutun. Aber diese zwei Beispiele zeigen, dass kaum einer mehr die Mitteilungen und Nachrichten liest. Nur noch die Titel werden aufgenommen, für bare Münze gehalten und so wie sie sind verbreitet – dabei ist die Hälfte doch eh nur als Clickbait gedacht…

Wie seht ihr das?

Quellen:

1 – https://de.wikipedia.org/wiki/Influencer am 06.10.2017 um 06:30 Uhr
2 – https://www.gruenderszene.de/allgemein/otto-influencer-ausbildung am 06.10.2017 um 06:30 Uhr
3 – https://www.otto.de/unternehmen/de/newsroom/news/2017/Corporate-Influencer-OTTO-Botschafter.php am 06.10.2017 um 06:30 Uhr

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2 thoughts on “Als Otto anfing Influencer auszubilden

  1. Für mich ist das Zeitverschwendung. Zeitverschwendung sich darüber aufzuregen ob ein Unternehmen „Influencer“, egal ob im herkömmlichen Sinne oder nicht, ausbildet. Letzten Endes ist es nur Neid und Angst, die diejenigen haben, die sich darüber aufregen. Das sie zudem so .. ähm… kurzangebunden sind, dass sie nicht einmal den ganzen Nachrichtentext lesen (hören oder was auch immer), spricht nicht gerade für diese Personen. Was diesen Punkt angeht, stimme ich dir zu.

    Und selbst wenn Otto Influencer im herkömmlichen Sinne ausbilden würde, dann wäre es auch nichts anderes als jetzt. Mit dem einzigen Unterschied, die Menschen würden einen Ausbildungsnachweis, Seminarteilnahmebestätigung oder what ever erhalten und wären eventuell erfolgreicher, als diejenigen die bisher diesen Job übernehmen (oder gerne übernehmen würden).

    Am Ende würde sich jedoch eines eh nie ändern. Werbung ist nun mal Werbung. Egal ob mit Influencer oder ohne.

    😉 Viele Grüße, nossy

  2. Ich fand es auch sehr nervig, dass sehr viele Blogger diese Meldung falsch verbreitet haben und in Facebook Gruppen darüber diskutiert wurde. Denn wie du schon geschrieben hast, hat das mit Blogger-Influencer nichts zu tun und das ganze ist in meinen Augen auch nichts ungewöhnliches. Das machen mittlerweile ja alle Firmen und da regt man sich sonst auch nicht drüber auf. Diese ganze Click-Bait Überschriften gehen mir sowieso total auf die Nerven, aber manche machen halt für Klicks leider alles, ohne darüber nachzudenken dass sie damit auch dem Unternehmen selbst schaden und einen Ruf zerstören können.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ich liebe Lucifer ja, bin mit meinen Eltern auch immer noch an der zweiten Staffel dran. Was hatte dir denn nicht gefallen?

    Valerian habe ich bisher leider noch nicht gesehen, aber ich fand sie vor allem in Margos Spuren gut, da ihr Typ auch perfekt in die Rolle gepasst hat.

    Auf Thor 3 freue ich mich auch schon, wobie ich hoffe dass es diesmal etwas weniger Action als im zweiten Teil gibt, denn da fehlte mir dann doch etwas der Humor.

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